Trockenaustrag in der KEZO, Hinwil
Bei der Entwicklung des Schlackentrockenaustrages wurde der thermische Verwertungsprozess um die Verfahrensgrösse der Tertiärluft erweitert. Analog zur Primär- und Sekundärluft unterstützt die Tertiärluft einen optimalen Verbrennungsprozess und ist daher in die Feuerleistungsregelung integriert. Der Anteil der Tertiärluft an der gesamten Verbrennungsluft beträgt weniger als 10 %. Um die Verbrennungsluftmenge nicht unnötig zu erhöhen, wurde die Sekundärluft um den Anteil der Tertiärluft reduziert, ohne dabei die CO-Werte der Rohgase zu erhöhen. Die Tertiärluft erfüllt, bevor diese am Verbrennungsprozess teilnimmt, jedoch weitere wichtige Funktionen beim Schlackentrockenaustrag, nämlich die Schlackenabkühlung, die Nachverbrennung von organischen Bestandteilen und die Windsichtung der Schlacke.
Prozessbeschreibung:
Die Schlacke wird über die Schlackenwalze möglichst kontinuierlich dem Schlackentrockenaustrag zugeführt. Die herunterstürzende Schlacke wird auf den Prallplatten des Trockenentschlackers weiter zerkleinert. Auch werden Glutnester in den Schlackenagglomeraten dadurch aufgerissen. Die Vibrorinne transportiert die einzelnen Schlackenteile langsam zur Siebmaschine und unterstützt somit die Prozesse Schlackenabkühlung, Nachverbrennung, Windsichtung und Siebung.
Trocken ausgetragene Schlacke
Eine trocken ausgetragene Schlacke lässt sich wie ein trockenes Schüttgut verarbeiten. Die Rieselfähigkeit der Trockenschlacke ist der Garant für eine industrielle vollautomatische Aufbereitungsanlage und damit auch für eine hohe und gleichmässige Qualität, der aus der Schlacke separierten metallischen und mineralischen Produkten. Das Fehlen von Wasser führt zu folgenden Vorteilen:
- Kein Wasserverbrauch
- 15 - 25% weniger Schlackenmasse
- Die Schlacke hat einen konstanten Wassergehalt von kleiner 0.1%.
- Keine zusätzliche physikalische Vermischung von mineralischen und metallischen Fraktionen
- Industriell fraktionierbar (beliebig fein)
- Granulometrie: Bei der Trockenschlacke bleiben sämtliche Stoffe und Partikel in ihrer ursprünglichen Form erhalten. Dem Konfektionieren der Schlacke nach Grösse, Gewicht, Farbe, Leitfähigkeit, etc. sind keine Grenzen gesetzt.
- Vernachlässigbare Korrosion der Metalle in der Schlacke
- Keine H2-Bildung
- Keine Korrosion im Austragsorgan/direkten Umgebung und in der Aufbereitungsanlage (lange Abschreibungsdauer)
- Keine Ammoniakbildung in der Anlage
- Schlacke kann ohne Zwischenlager direkt ab Austrag verarbeitet werden.
- Schlacke kann beliebig lang gelagert werden, ohne negative Effekte bzgl. Wertstoffrückgewinnung (Korrosion, Verbackungen).
- Trocken ausgetragene Schlacke ist prozessbedingt in der Regel gut ausgebrannt und hat daher einen tiefen organischen Anteil (TOC), der die Aufbereitung und die Mineralik nicht unnötig belastet und bzgl. der Verwertung von Metallen und Mineralien auch tiefere Emissionen zur Folge hat.
- Erhalt der Abbindefähigkeit: Durch das Wasser im Nassentschlacker werden die Abbindereaktionen in der Schlacke bereits beim Austrag ausgelöst. Bei der Trockenschlacke können diese zu einem späteren, gewünschten Zeitpunkt ausgelöst werden.
- Grosse Teile in der Schlacke können einfach und sicher geborgen werden.
- Keine Wasseraufbereitung/Abwasser
- Die Trockenschlacke kann jederzeit nach Bedarf befeuchtet werden.
